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Die einzigartige ASTRONOMISCHE SONNENUHR AM KLOSTER KAMP bereichert die Kamper Gärten

Die Sonnenuhr im Terrassengarten

Blick in den Terrassengarten

 

Die Sonnenuhr befindet sich im Terrassengarten des Klosters Kamp. Mit Rücksicht auf Dauer und Intensität des Lichteinfalls und unter der gewollten Einbeziehung der schönen Treppe wurde die unterste der fünf Terrassen des Gartens als Standort gewählt.

Die astronomische Sonnenuhr besteht aus vier Elementen, gestaltet je aus einer flachen Pyramide (siehe auch die Abdeckungen der Pfosten zu den Toren zum Garten), aufgesetzt auf vier Pfeiler der schönen Treppe. Die Gestaltung lässt sechzehn Felder entstehen, wovon zwölf mit „Zifferblättern“ beschriftet sind.

Die Grundidee zu der astronomischen Sonnenuhr besteht darin, ein physikalisches Ereignis, Sonne, Stab in der Vertikalen, Schatten – ein Ereignis, das das Sein des Menschen nicht voraussetzt, im Rahmen eines kulturellen Ereignisses im weitesten Sinne des Begriffs abzubilden.

Europäische Begegnungsstätte Kloster Kamp e.V.

Der Verein Europäische Begegnungsstätte Kloster Kamp e.V. beschäftigt sich mit der Geschichte des Kloster Kamp und ist unter anderem für die Sonnenuhr verantwortlich.

Detaillierte Informationen zur Sonnenuhr gibt das von der Europäischen Begegnungsstätte am Kloster Kamp e. V. im Jahr 2014 herausgegebene Buch der

Autoren Willy Bachmann und Gerhard Schöpkens:

Licht und Zeit - Die Astronomische Sonnenuhr am Kloster Kamp.

Erhältlich bei Mediathek Stadt Kamp-Lintfort  Freiherr-vom-Stein-Str. 26  47475 Kamp-Lintfort.

Im Folgenden erhalten Sie eine Beschreibung der vier Pyramiden der Sonnenuhr - lassen Sie sich zu einem Besuch inspirieren!


Die Pyramiden der Sonnenuhr

Nordöstliche Pyramide
Nordöstliche Pyramide

Die Nordost-Pyramide enthält drei Zifferblätter mit einer Wegweisung in die Geschichte der Abtei Kamp, die 1122 gegründet wurde. Das südliche Zifferblatt zeigt das Gründungsdatum der Abtei und den Weihetag der Alten Kirche. Letztere existierte von 1314 bis zu ihrer Zerstörung im Truchsessischen Krieg ab 1583.

Südliches Zifferblatt

Die Gründung der Abtei und auch die Weihung der Alten Kirche fallen in die Zeit vor 1582. Die Daten beider Ereignisse sind folglich nach dem Julianischen Kalender überliefert und gemäß der Überlieferung auf dem Zifferblatt abgebildet. Beide Daten sind auf den heute gültigen Gregorianischen Kalender transferiert und erscheinen ein zweites Mal in diesem Format auf je einer weiteren Schattenlinie, wobei die Differenz von zehn Tagen die „Zeitverschiebung“ zwischen dem Julianischen und dem Gregorianischen Kalender zum Zeitpunkt der Kalenderreform im Jahr 1582 symbolisiert. Grundlage für die Darstellung auf der Sonnenuhr sind die „Kamper Chronik“ und das „Kamper Brevier“.

Zur weiteren Orientierung sind auf dem Zifferblatt die Linien für den Mittag und die Tagundnachtgleichen (21. März und 23. September) vermerkt. Zur Symbolisierung des Wahren Mittags, wenn die Sonne im Süden am höchsten steht, ist die von Nord nach Süd verlaufende Mittagslinie zusätzlich mit einer (Mittags-) Glocke gekennzeichnet. 

 

Östliches Zifferblatt „Babylonische Stundenˮ

Die Stundenzählung des Tages mit 24 gleich langen Stunden, die mit dem Sonnenaufgang beginnt, wird mit babylonischen oder auch griechischen Stunden bezeichnet. Zur Erläuterung ist auf dem Zifferblatt vermerkt, dass es sich um die Stunden seit Sonnenaufgang handelt.

Zur Zeit der griechischen Antike galten auch im Gebiet der alten Babylonier die Temporalstunden, deren Tagesstunden ebenfalls ab Sonnenaufgang gezählt wurden. Bei der babylonischen Zählweise dieser Stunden wurde die ursprüngliche Zählung von zweimal 12 Stunden (jeweils für Tag und Nacht) auf die sogenannte „Ganze Uhr“ mit 24 Stunden angepasst. Die Bezeichnung „babylonisch“ für diese Zählweise ist jedoch irreführend: Es konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass die Babylonier diese mit dem Sonnenaufgang beginnende 24-Stunden-Zählung jemals verwendet haben. Vermutlich entstand der Begriff als Reminiszenz an diese Hochkultur mit weit entwickelter Astronomie.

 

Westliches Zifferblatt „Italische Stundenˮ

Die auf die 24 gleichlangen Stunden des Tages bezogene italienische Zählung beginnt mit dem Sonnenuntergang im Gegensatz zur babylonischen Stundenzählung ab Sonnenaufgang. Als Reminiszenz an das antike Volk der Italiker, das bis zur Unterwerfung durch die Römer auf dem Gebiet des heutigen Italiens auf der Apennin-Halbinsel lebte, bezeichnet man diese Zählung häufig mit „italisch“. Über das damalige Böhmen und Schlesien verbreitete sich die italische Stundenzählung bis nach Polen. Im deutschsprachigen Raum wird diese Zählung daher auch mit böhmischen, schlesischen oder polnischen Stunden bezeichnet.

 

Auf den beiden letztgenannten Zifferblättern verläuft die Lineatur der Stundenlinien zwischen jeweils zwei Hyperbelbögen. Der obere (südliche) Bogen stellt die Sommersonnenwende dar und wird zum 21. Juni von der Schattenspitze durchlaufen. Der untere (nördliche) Bogen stellt analog die Wintersonnenwende dar und wird am 22. Dezember von der Schattenspitze durchlaufen. Die mittlere gerade Linie bezeichnet die Tagundnachtgleichen; sie wird im Jahr zweimal durchlaufen: Zur Frühlingstagundnachtgleiche am 21. März und zur Herbsttagundnachtgleiche am 23. September.

Die Nordwest-Pyramide
Die Nordwest-Pyramide

Die Nordwest-Pyramide trägt drei Zifferblätter und auf der Nordseite ein Diagramm zur Zeitgleichung. Mit diesem Diagramm ist es möglich, aus der auf dem südlichen Zifferblatt angezeigten WOZ auf dem 15. östlichen Längengrad die gesetzliche Zeit MEZ zu bestimmen. Die beiden Zifferblätter im Osten und Westen der Pyramide geben astronomische Informationen und können als „Sonnenstandsanzeiger“ verwendet werden. Sie zeigen den Ort der Sonne am Himmel an: das Sonnenazimut (in Form der Himmelsrichtungen einer Windrose) und die Höhe der Sonne über dem Horizont. 

 

Zum Begriff der „Zeitgleichung“

Eine einfache Sonnenuhr kann ohne weitere Hilfsmittel nur die durch die Erdbewegung um die Sonne bestimmten „natürlichen Uhrzeiten“ anzeigen, dazu gehört z. B. die sich am Lauf der Sonne orientierte „Wahre Ortszeit“. Unsere gesetzliche Zeit orientiert sich aber nicht am (scheinbaren) Lauf der Sonne, sondern an gleich langen elementaren Zeitintervallen, deren Takt heute eine sogenannte „Atomuhr“ vorgibt. Gegenüber einer solchen gleichgetakteten Uhr geht eine Sonnenuhr im Jahresverlauf unterschiedlich vor oder nach. Diese Abweichung nennt man die „Zeitgleichung“. Der Begriff ist etwas irreführend, da es sich hierbei nicht um eine Gleichung handelt; er hat sich aber in der Literatur fest etabliert. Auf der Nordseite der Pyramide werden die Werte der Zeitgleichung in Minuten im Jahresverlauf in einer Grafik dargestellt.

 

Südliches Zifferblatt: „Wahre Ortszeit (WOZ) auf dem 15. östlichen Längengrad“

Das Zifferblatt zeigt die WOZ auf dem 15. östlichen Längengrad, auf dem auch die Stadt Görlitz liegt, an. Dieser 15. Längengrad ist der Bezugsmeridian für die Zeitzone  MEZ (Mitteleuropäische Zeit). Um diese „künstliche“ Zeit MEZ zu bestimmen, ist die WOZ auf diesem Längengrad um die Werte der Zeitgleichung zu ergänzen.

Dies sollen die beiden folgenden Beispiele für den 31. Januar und den 3. Oktober veranschaulichen:

Für den 31.1. zeigt die Zeitgleichungskurve ca. -13 Minuten an. Das heißt, dass die Sonnenuhr an diesem Tag um diesen Betrag nachgeht. Bei gleicher abgelesener WOZ von Görlitz 10:00 Uhr beträgt also die Uhrzeit nach MEZ bereits 10:13 Uhr. Für den 3.10. zeigt die Zeitgleichungskurve ca. +11 Minuten an. Das heißt, dass die Sonnenuhr an diesem Tag um diesen Betrag vorgeht. Bei gleicher abgelesener WOZ von Görlitz 10:00 Uhr beträgt also die Uhrzeit nach MEZ erst 9:49 Uhr.

Für den Zeitpunkt der Gültigkeit der Sommerzeit wird auf dem Zifferblatt der Hinweis gegeben: „Für die MESZ (Sommerzeit) ist eine weitere Stunde hinzuzuaddieren.“ Dies wäre am 3. Oktober noch der Fall, so dass die Uhrzeit nach MESZ 10:49 Uhr beträgt.

  

Östliches Zifferblatt: „Sonnenazimute“  

Im Wesentlichen entspricht dieses Zifferblatt einer Wind- oder Kompassrose, die auf eine schiefe Ebene projiziert ist und bei der die Himmelsrichtungen spiegelverkehrt zu den tatsächlichen Richtungen dargestellt sind. Diese Darstellung ist notwendig, damit die Schattenspitze des Kegelgnomons als Anzeiger auf dieser Kompassrose arbeiten kann. Sie zeigt  die   jeweilige   Himmelsrichtung   an,   in   der    die   Sonne   jeweils   steht.

 

Westliches Zifferblatt: „Höhe der Sonne über dem Horizont“

Die Höhe der Sonne über dem Horizont bezeichnet denjenigen Winkel, den der Sonnenstrahl zum Beobachtungsstandort mit der Horizontalebene bildet. An jedem Tag startet die Sonne beim Sonnenaufgang mit der Höhe Null, erreicht zum Wahren Mittag (WOZ 12:00 Uhr) ihren höchsten Stand, um dann zum Sonnenuntergang wieder zum Horizont auf die Höhe Null zurückzufallen.

Die maximale Höhe der Sonne pro Tag, jeweils zum Wahren Mittag, schwankt dabei je nach Jahreszeit. Am höchsten steht die Sonne am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni, wobei sie in Kamp den Wert 62° über dem Horizont erreicht. Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember sind es mittags nur noch maximal 15°. Zu den Tagundnachtgleichen am 21. März und 23. September wird der Mittelwert 38,5° erreicht.

Die Südost-Pyramide
Die Südost-Pyramide

Die Zifferblätter auf der Südost-Pyramide

In der Antike war es üblich, den Tag zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in 12 gleiche Teile einzuteilen. Diese Zeitform nennt man „Temporale Stundenˮ oder auch „antike Stundenˮ.

Die Zifferblätter zeigen diese damals übliche Zeit für das Kloster Kamp und auch für die Stadt Jerusalem, dem Sterbeort Jesus.

Der Zeitraum der ersten Tagstunde beginnt mit dem Sonnenaufgang. Mittag ist es zum Ende der sechsten und dem gleichzeitigen Beginn der siebten Stunde. Mit dem Sonnenuntergang endet die zwölfte Tagstunde und gleichzeitig beginnt die erste Nachtstunde.

Da die Sonne je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeiten auf- und untergeht, sind die Temporalstunden, über das Jahr gesehen, jedoch nicht gleich lang – daher auch der Name „temporale“, von der (Jahres-) Zeit abhängige und damit ungleich lange Stunden. Da im Sommer der Tag länger als die Nacht ist, sind die temporalen Tagstunden dann länger als die Nachtstunden. Im Winter ist es umgekehrt. Nur zu den beiden Tagundnachtgleichen (21. März und 23. September) sind die temporalen Tag- und Nachtstunden gleich lang. Für die Tagundnachtgleiche wird auch der Begriff Äquinoktium verwendet. Die 24 zugehörigen

gleich langen Stunden des Tages und der Nacht bezeichnet man daher auch als Äquinoktialstunden.

Die Temporalstunden werden gleichbedeutend auch mit antiken, römischen oder biblischen Stunden bezeichnet. Auf alten Sonnenuhren in Deutschland findet sich auch die Bezeichnung jüdische Stunden.

Auf dem Zifferblatt „Temporalstunden in Jerusalemˮ zeigt die Schattenspitze des Kegelgnomons die für Jerusalem berechneten Temporalstunden an. Zur Information sind auf diesem Zifferblatt auch die Ortskoordinaten von Jerusalem aufgetragen. Die in dem Bibelvers erwähnten Zeitangaben sind in der Stundenskala mit einer schwarzen Kreisscheibe zur 6. Stunde (Sonnenfinsternis) und einem Sonnensymbol zur 9. Stunde (Ende der Finsternis) symbolisiert. Zusätzlich weist das Kreuz bei der 9. Stunde auf den Sterbezeitpunkt von Jesus hin.

Die beiden Zifferblätter „Temporalstunden oder antike Stunden im Kloster Kampˮ zeigen jeweils die Temporalstunden hier am Standort Kamp an. Im Mittelalter zur Zeit der Gründung des Klosters Kamp im Jahr 1123 bis etwa um 1500 war es üblich, die Gebetszeiten der Mönche an diesen Temporalstunden zu orientieren und auch entsprechend zu bezeichnen. Die zugehörigen Bezeichnungen sind symbolisch bei der der jeweiligen Temporalstunde eingetragen:

Zur 1. Stunde, nach Sonnenaufgang: Gebetszeit Prim;

zur 3. Stunde: Terz;

zur 6. Stunde: Sext;

zur 9. Stunde: Non;

zur 12. Stunde, vor Sonnenuntergang: Vesper.

 

Auf allen drei Zifferblättern verläuft die Lineatur der Stundenlinien zwischen jeweils zwei Hyperbelbögen. Der obere (südliche) Bogen stellt die Sommersonnenwende dar und wird zum 21. Juni von der Schattenspitze durchlaufen. Der untere (nördliche) Bogen stellt analog die Wintersonnenwende dar und wird am 22. Dezember von der Schattenspitze durchlaufen. Die mittlere gerade Linie bezeichnet die Tagundnachtgleichen; sie wird im Jahr zweimal durchlaufen: Zur Frühlingstagundnachtgleiche am 21. März und zur Herbsttagundnachtgleiche am 23. September.

Die Südwestpyramide
Die Südwestpyramide

Die Zifferblätter auf der Südwest-Pyramide

Alle drei Zifferblätter zeigen „Wahre Ortszeitˮ (WOZ), oder auch „Wahre Sonnenzeitˮ genannt, an. Die WOZ gibt die Uhrzeit nach dem Stand der Sonne an einem bestimmten Standort auf der Erde mit einer Tagesteilung von 24 gleich langen Stunden an. Es wird jeweils die WOZ für die Standorte der Zisterzienserklöster Kamp, Chorin (ein Tochterkloster von Kamp) und Cîteaux (das Gründungskloster der Zisterzienser) angezeigt.

 

Die Zählung der WOZ-Stunden beginnt mit 0 Uhr um Mitternacht, zum Mittag (Sonnenhöchststand, die Sonne steht im Süden) ist es 12 Uhr und der Tag endet um Mitternacht mit 24 Uhr. Dies entspricht wiederum 0 Uhr des Folgetages.

Der wichtigste Zeitpunkt des Tages und gleichzeitig sein Höhepunkt ist der Mittag bei 12 Uhr WOZ, der auch mit „Wahrer Mittag“ bezeichnet wird. Auf dem Zifferblatt für das Kloster Kamp ist dieser wichtige Zeitpunkt mit einer (Mittags-) Glocke symbolisiert. Die Sonne erreicht zu diesem Tageszeitpunkt ihren höchsten Stand am Himmel. Sie steht dann genau im Süden; man sagt auch: Die Sonne steht im Meridian. Zum Wahren Mittag ist im wahrsten Sinne des Wortes die Mitte des Tages erreicht; denn die Zeiträume zwischen Sonnenaufgang und Mittag und zwischen Mittag und Sonnenuntergang sind gleich lang.

In Mitteleuropa wurde diese Tageszeiteinteilung seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gebräuchlich. Es ist als fast sicher anzunehmen, dass auch das Kloster Kamp ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts mit einer WOZ-Sonnenuhr ausgestattet war, um mit dieser „neuzeitlichen“ Zeitanzeige auch die mechanische Uhr und damit die Schläge der Stundenglocke justieren zu können.

Betrachtet man bei Sonnenschein die Zeitanzeigen auf den drei Zifferblättern, so ist erkennbar, dass die Zeit in Chorin gegenüber Kamp um ca. eine halbe Stunde „vorgehtˮ und in Cîteaux um ca. 6 Minuten „nachgehtˮ. Das liegt daran, dass Chorin östlich und Cîteaux westlich von Kamp liegt, und die Sonne auf ihrem „Wegˮ von Ost nach West zur jeweiligen WOZ-Uhrzeit den Standort Chorin bereits passiert hat und noch nicht in Cîteaux angekommen ist. Die jeweiligen Zeitdifferenzen ergeben sich aus den Differenzen der zugehörigen Längengrade, die bei jedem der drei Klöster vermerkt sind. 

Auf der Nordseite der Zifferblattpyramide werden geschichtliche Erläuterungen zu den Klöstern Chorin, Kamp und Cîteaux sowie Entfernungen und Richtungen von Kamp aus angegeben. Ein Richtungspfeil zeigt darüber hinaus, dass die Gartenachse des Barockgartens von der geografischen Nord-Süd-Achse um 4° 50' abweicht.  

Wegmarke Zisterzienserwege
Wegmarke Zisterzienserwege

Mit der Wegmarke hat der Verein „Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp“ ein Zeichen für die besondere Bedeutung des Zisterzienserordens und der Abtei Kamp im europäischen Einigungsprozess gesetzt. Darüber hinaus sollen im Kontext mit anderen europäischen Wegezeichen Wege der Zisterzienser zu ihren Klostergründungen sichtbar werden.

Die Wegmarke ist bewusst aus Metall gearbeitet und stellt ein Sonnensegel dar. Die Bearbeitung von Metall zählte zu den Kernkompetenzen der Zisterzienser.

Im oberen Teil des Segels ist das Wappen von Kamp umgeben von zwölf Sternen abgebildet. Das Zeichen der 12 Sterne ist biblischen Ursprungs und wird häufig bei marianischen Darstellungen verwendet. Außerdem wird es als Logo der Europäischen Union benutzt.

Im unteren Teil des Segels erscheint das Wappen der ehemaligen Zisterzienserabtei Morimond, des Mutterklosters der Abtei Kamp. Die im Wappen dargestellten vier Buchstaben ergeben das Wort „MORS“ (Tod). Der Name Morimond steht für mori mundo: „Der Welt absterben“. Welch prägende Bedeutung der Tod in der Lebensphilosophie der Zisterzienser hat, wird aus dem Gruß der Zisterzienser untereinander deutlich: Sie grüßten sich mit „Memento mori“ (Gedenke des Todes!)

Im Sockel der Wegmarke sind die Verbindungen von Kamp einmal in Richtung Morimond und zum anderen zu ihren Tochtergründungen mit Himmelsrichtung und Entfernungsangabe dargestellt.


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